Op kölsch jesaht 4

Weisheit4

“Loss minge Mann in Rau, wann der einer schleit, dann ben ich dat!”

“Lass meinen Mann in Ruhe, wenn den einer schlägt, bin ich das!”

Kölsche Emanzipation

 

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© Birgit Maifeld
Der Frauenbrunnen von Anneliese Langenbach im Innenhof des Farina-Hauses zeigt Frauen verschiedener Nationalitäten und Epochen.

Die Kölner Frauen wandelten schon früh auf den Pfaden der Gleichberechtigung und verankerten damit eine weitere Quelle des Glücks in der kölschen Mentalität. So zeigen Umfrageergebnisse, dass die Geschlechtergleichstellung weltweit ein entscheidender Faktor für subjektives Wohlbefinden und Zufriedenheit ist. Das muüssen die Kölnerinnen schon früher gewusst haben, denn mit den Garnmacherinnen, den Goldspinnerinnen und den Seidenweberinnen gab es bereits im Mittelalter organisierte Frauenzünfte. Zudem hatten alle Ehefrauen und Witwen von Kölner Bürgern ebenfalls automatisch das Kölner Bürgerrecht inne. Im Vergleich zu anderen Städten war das eine absolute Besonderheit.
Das Selbstbewusstsein und die Eigenständigkeit der Kölschen Frauen hat sich bis heute erhalten und nicht nur an Wieverfastelovend heißt es “Denn mir sin kölsche Mädcher, han Spetzebötzjer an, mir lossen uns nit dran fummele, mer lossen keiner dran / Wir sind kölsche Mädchen, haben Spitzenhosen an, wir lassen uns nicht daran fummeln, wir lassen keinen dran.”*

*Karnevalshit von Marita Köllner – Et Fussisch Julche, Denn mir sind kölsche Mädcher, 1989