Op kölsch jesaht 7

Weisheit7

“Jede Tünnes dräch singe Schäl en sich.”
Jeder Tünnes trägt seinen Schäl in sich.

Jeder bewegt sich auch mal abseits des guten Pfades. Was für den Kölner zum Menschsein dazu gehört und daher (solange es sich in Grenzen hält) kein Grund zur Sorge ist.

 

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© Birgit Maifeld
Die Tünnes und Schäl Statuen in der Altstadt stehen auf dem Boden, um zu verdeutlichen, dass Tünnes und Schäl zwei bodenständige Charaktere darstellen. Tünnes ist volksnah, gutmütig, optimistisch, manchmal ein bisschen einfältig und hat immer den Schalk im Nacken sitzen. Schäl ist geschäftstüchtig, arglistig, pessimistisch und schielt immer mit einem Auge auf das Geld.

Die beiden stehen für die typisch Kölschen Charaktere der Bauern und Kaufleute, die im Mittelalter in Köln gelebt haben. Eigentlich handelt es sich bei beiden um Puppen aus dem Hänneschen Theater, aber sie haben sich schnell zu echten Kölschen Promis entwickelt.

Während Tünnes schon länger Teil des Puppentheaters war, hat Hänneschen Gründer Christoph Winters die Figur des Schäl erst später dazu genommen. Angeblich soll dieser einen Vorfahren von Willy Millowitsch darstellen, ein Konkurrent, mit dem Winters damals im Clinch lag.