Woher kommt das Grundgesetz?

Das „Kölsche Grundgesetz“ ist nicht historisch belegt, so wie man aufgrund des Namens vermuten könnte. Vom Ursprung sind die Artikel einfach allesamt dem Volksmund entnommen und der kennt weitaus mehr Sprüche.

Doch einige davon haben sich wie es scheint besonders eingeprägt. Der Begriff Grundgesetz wurde dabei wohl erstmals schriftlich 2001 von Konrad Beikircher erwähnt, der fünf Weisheiten zu Artikeln des Rheinischen Grundgesetzes zusammenfasste:

Artikel 1: Et es wie’t es
Artikel 2: Et kütt wie’t kütt
Artikel 3: Et hätt noch immer jot jejange
Artikel 4: Wat fott es es fott
Artikel 4a: Kenne mr nit, bruche mr nit, fott domet!
Artikel 5: Wat soll dä Quatsch?
Artikel 5a: Wer weiß, wofür et jot es
aus: Beikircher, Konrad: Et kütt wie‘t kütt – Das Rheinische Grundgesetz, Kiepenheuer & Witsch

Später sind durch unbekannte Quellen weitere Artikel dazu gekommen, bis schließlich das Grundgesetz mit den bekannten Weisheiten entstanden war. Wobei es natürlich 11 Artikel werden mussten, weil die Zahl für Köln eine besondere Rolle spielt.

Eine “offzielle” Version des Grundgesetzes gibt es übrigens nicht! Ebenso wenig sind die deutschen Entsprechungen, die gerne mit angegeben werden, in irgendeiner Form belegt. So könnte man die Artikel auch in ganz anderer Form interpretieren.

Die Frage ist also nicht “Wer hat’s erfunden?”, sondern wieso gerade diese 11 Weisheiten, wo es doch im Volksmund noch zahlreiche andere gibt?

Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass diese 11 Sprüche eine ganz besondere Bedeutung für das Leben widerspiegeln und sich deswegen quasi durchgesetzt haben. Anscheinend haben die Menschen in Köln schon früh erkannt, wie man im Leben glücklich wird. Und so wie Eltern ihren Kindern gute Ratschläge mit auf den Weg geben, wurden die kölschen Weisheiten über die Generationen hinweg überliefert. Und da sich in der Regel das durchsetzt, was den meisten Erfolg hat, sind auch gerade die Sinnsprüche am bekanntesten geworden, die den größten Beitrag zu einem zufriedenen Leben leisten: Das Kölsche Glücksgesetz!